Freisinger Dommusik

Kirchenmusik im Erzbistum hat eine große Tradition. Das um 900 in Freising entstandene Petruslied ist das älteste deutsche Kirchenlied und stammt noch aus der althochdeutschen Sprache.

Bischof Sixtus von Tannberg gründete 1484 eine eigene Domkantorei ("Choralisteninstitut") zur würdigeren Gestaltung der Gottesdienste an der Bischofskirche in Freising. Etwa zur selben Zeit hat sich die Freisinger Hofkapelle etabliert. Im 18. Jahrhundert war die Hofkapelle auf etwa 40 bis 50 Instrumentalisten und Sänger angewachsen.

Mit der Säkularisierung 1802/03 war auch das vorläufige Ende von Hofkapelle und Dommusik gekommen. Erst mit der Gründung des Priesterseminars 1826 gab es auch wieder entsprechende musikalische Ensembles.

Von 1949-1969 wirkte der renommierte Domkapellmeister und Professor Max Eham am Freisinger Dom, bevor er zum Münchner Dom wechselte. Eham setzte sich nach dem 2. Vatikanischen Konzil maßgeblich für die Überarbeitung und Erneuerung der Kirchenmusik ein. Seine Werke gehören heute zum Standardrepertoire vieler Chöre, und im Freisinger Dom ist seine Musik regelmäßig in Gottesdiensten zu hören.

Nachdem Wolfgang Kiechle in diesem Jahr nach mehr als 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden ist, hat Matthias Egger ab 01.08.2016 die Stelle des neuen Dommusikdirektors übernommen. Unterstützend steht Herrn Egger Benedikt Celler als neuer Organist und Chorleiter zur Seite. Domchor, Domschola und nicht zuletzt das Domberg-Kammerorchester pflegen den überlieferten Schatz der Kirchenmusik auf möglichst hohem Niveau und machen die Gemeinde auch mit zeitgenössischen Werken vertraut. Angelika Sutor wird, zusammen mit Matthias Egger, weiterhin die erfolgreiche Kinderkantorei leiten. Aktuelles finden Sie auf der Internetseite des Domchores.

Ein besonderes Schmuckstück ist die Orgel von 1622/23. Sie ist eine Gehäuseorgel mit bemalten Flügeltüren. Ein neues Orgelwerk wurde Ende der 70er eingebaut. Es hat 52 Register und drei Manuale.

Sie hören die Freisinger Dommusik mit dem Gloria aus der Messe in C-Dur von Michael Haydn auf der Panorama-Seite. Außerdem spielt Angelika Sutor die Improvisation "Sur le te deum" von Charles Tournemire auf der Freisinger Domorgel. Die Aufnahmen sind von der CD "Freisinger Dommusik". Bezugsquellen finden Sie hier.