Wallfahrt zum heiligen Sigismund

Auf den Südlettern des Freisinger Domes befindet sich der Altar des heiligen Sigismund. Von 516 bis 523 war Sigismund König der Burgunder, der sich im Kampf gegen den Arianismus hervortat. Im Zusammenhang mit einer vermuteten Intrige ließ er 522 seinen ältesten Sohn Sigerich umbringen und zog sich, politisch geschwächt, zur Buße in ein Kloster zurück. Dieser Machtverlust eröffnete dem fränkischen Teilkönig Chlodomer, dem ältesten Sohn Chlodwigs I., die Möglichkeit, militärisch erfolgreich gegen ihn vorzugehen, ihn mit seiner Familie zu inhaftieren und 524 umzubringen, indem er ihn der Legende nach in einem Brunnen ertränkte. Die Verehrung Sigismunds als Märtyrer setzte bald danach ein, ist aber in Freising erst seit der Mitte des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Die Sigismundwallfahrt erfreute sich lange großer Beliebtheit, wie nicht zuletzt an den Votivgaben zu Ehren des Heiligen zu erkennen ist.
