Der heilige Korbinian

Korbinian ist der Hauptpatron der Erzdiözese München und Freising. Er wurde in der Gegend von Arpajon bei Paris geboren und lebte zunächst als Einsiedler bei der Kirche eines heiligen Germanus (vermutlich Saint-Germain-des-Prés). Zwei Mal reiste er nach Rom, um vom Papst Unterstützung in der Verwirklichung seines Eremitenlebens zu erhalten. Papst Gregor II. aber weihte ihn in Rom zum Bischof und sandte ihn als Missionar in seine Heimat zurück. Nach seiner zweiten Romreise wurde er vom bairischen Herzog Grimoald an einer Rückkehr nach Gallien gehindert und dazu veranlasst, ab 724 in Freising zu leben und zu wirken.

Das Bärenwunder. Gemälde von Jan Polack, 1489. © Diözesanmuseum Freising, Foto: Walter Bayer

Nach seinem Tod um 730 wurde Korbinian seinem Wunsch entsprechend zunächst in Meran (Südtirol) bestattet. Bischof Arbeo von Freising ließ 768 die Gebeine des Heiligen wieder nach Freising überführen. In diesem Zusammenhang verfasste Arbeo eine Lebensbeschreibung des heiligen Korbinian (Vita sancti Corbiniani). Auf einem Fresko im Freisinger Dom, das Cosmas Damian Asam 1724 gemalt hat, ist dargestellt, wie Korbinians Leichnam in Mais bei Meran aus dem Grab gehoben wird.

Korbiniansfest
Das Fest der Übertragung der Gebeine des heiligen Korbinian wird heute am 20. November als sein liturgischer Festtag begangen. Als sein eigentlicher Sterbe- und liturgischer Festtag wurde seit dem Mittelalter der 8. September gefeiert. Das Korbiniansfest verbindet in jedem Jahr Menschen aus der gesamten Erzdiözese sowie aus den Partnerstädten Freisings zur gemeinsamen Feier des heiligen Korbinian.

Korbinians Leichnam wird in Freising festlich empfangen“ ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Korbinian und der Bär
In einer anfangs des 10. Jahrhunderts erstellten, erweiterten Version der Vita sancti Corbiniani wird von einem Bären erzählt, der das Pferd Korbinians riss. Daraufhin lud der Bischof sein Gepäck dem Bären auf und zwang ihn, die Last bis nach Rom zu tragen. Aufgrund dieser Episode ist der Bär das Attribut des Heiligen. Er findet sich auch in den Wappen der Stadt Freising und von Papst Benedikt XVI., der von 1977–1982 Erzbischof von München und Freising war.