Architektur

Domplatz ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie 

Domtürme

Die massiven Domtürme überragen alle anderen Gebäude des Dombergs und behielten trotz vielfältiger Baumaßnahmen ihr mittelalterliches Aussehen. Das barocke Portal wurde 1681 aus Rotmarmor errichtet und an das Westwerk angeheftet. In einer Nische im gebrochenen Giebel steht die Figur des Heiligen Korbinian. 1682 wurde der Fürstengang als Verbindung zwischen Residenz und Dom errichtet und ersetzte einen früheren aus Holz gebauten Verbindungsgang.

Vorhalle des Freisinger Doms ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Hauptportal

Den Mittelpunkt der Vorhalle bildet das romanische Portal. Mit seinen fünf gestaffelten Halbsäulen inszeniert es den Bau als eine burgähnliche Anlage mit tiefen, festen Mauern. Auffällig sind die Figuren im oberen Teil des Portals: auf der linken Seite die Gestalt eines thronenden Königs mit einer Assistenzfigur, die durch einen Stab mit Krümme als Bischof ausgewiesen scheint. Auf der rechten Seite die Gestalt einer thronenden Königin, deren rechte Hand eine Kugel umschließt. Alle drei Figuren wenden sich der Portalöffnung zu. Über der linken Figurengruppe ist eine Inschrift angebracht, die die sitzende Gestalt als Kaiser Barbarossa ausweist, während die Inschrift über der rechten Figur diese als Kaiserin Beatrix bezeichnet. Das Portal wurde mehrfach im Zusammenhang mit späteren Einbauten beschädigt. Erst im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen erhielten die Figuren ihre heutige Deutung. 

Johanneskirche ©Diözesanmuseum Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Johanneskirche

Bischof Konrad III. Sendlinger ließ von 1319 bis 1321 die Johanneskirche errichten und gründete zugleich ein Kollegiatsstift mit der Verpflichtung zu Gottesdienst und Chorgebet. Die dreischiffige Hallenkirche ist in ihrer gotischen Form bis heute erhalten geblieben, wurde aber durch die Errichtung des Fürstenganges nach Süden hin teilweise umbaut.

Benediktuskirche im Kreuzgang des Freisinger Doms Bild: ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Benediktuskirche

Die Benediktuskirche am östlichen Ende des Kreuzganges wurde 1347 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Sie war Eigenkirche des Domkapitels und galt seit dem 12. Jahrhundert als Ort der Grablege des heiligen Korbinian. Das spätgotische Langhausgewöl­be ist ein Werk des Münchner Meisters Jörg von Halspach, des Erbauers der Münchner Frauenkirche. 1412 wurde das Glasfenster im Ostchor der Kirche eingefügt. In drei übereinanderliegenden Medaillons stellt es oben den Ratschluss der Erlösung, in der Mitte die Verkündigung und darunter die Geburt des Erlösers dar.

Die Maximilianskapelle im Freisinger Dom ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Maximilianskapelle

Bischof Johann Franz Eckher ließ 1710 von dem Architekten Giovanni Antonio Viscardi eine achteckige Kapelle errichten, die in ihrer Formensprache an die Grabeskirche in Jerusalem, in ihrer Bildsprache an das Patrozinium des Domes und seiner Vorgängerbauten (Mariä Geburt) und in der figürlichen Ausstattung (Maximilian, Korbinian, Rupert und Bonifatius, alle von F. A. Mallet) an die Anfänge des christlichen Glaubens in Altbayern erinnert. Das zentrale Deckengemälde mit der Darstellung der Dreifaltigkeit, in der Jesus als kreuztragender Knabe erscheint, sowie die umgebenden Marienembleme wurden Hans Georg Asam gemalt, die Stuckarbeiten wurden von Nikolaus Liechtenfurtner ausgeführt. Das Altarblatt, den heiligen Sebastian darstellend, ist um 1600 entstanden. Im Auszug darüber wird, bezugnehmend auf das Dompatrozinium, die heilige Anna mit ihrer Tochter Maria dargestellt (Johann Andreas Wolff). Vor den Stufen des Altars ist die Grabstätte des Bischofs Johann Franz Eckher durch eine Bodenplatte gekennzeichnet.

Johannes Nepomuk-Kapelle im Freisinger Dom ©Domkirchenstiftung Freising, Thomas Dashuber Fotografie

Johann-Nepomuk-Kapelle

Zu Ehren des 1729 heiliggesprochenen Johannes Nepomuk wurde 1738 die Johannes Nepomuk-Kapelle errichtet. Sie bietet ein weitgehend einheitliches, von Egid Quirin Asam gestaltetes Bild. Der Heilige steht unter einem offenen Baldachin in der Mitte des Sakramentsaltars mit weit nach oben erhobener rechter Hand, in der Segens- und Predigtgestus sich mit dem emporgewandten Blick zu einer Figuration seiner Verherrlichung verbinden. Johannes der Täufer links und der Evangelist Johannes rechts verweisen auf das ursprüngliche Johannespatrozinium der Kapelle. Das eingefügte gelb verglaste Rundfenster mündet in die stuckierten Strahlen, die den geöffneten Himmel anzeigen, den in der Laterne Gott Vater bekrönt. Das Deckengemälde zeigt Szenen auf dem Leben der drei Heiligen.